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Mehr.WERT.Aktionen

Thema: Lebensmittelverschwendung

vom 16. bis 24. November 2024

 

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) ist die größte Kommunikationskampagne zum Thema der Abfallvermeidung und widmet sich 
vom 16. bis 24. November 2024 dem Thema Lebensmittelverschwendung. 

Das deutschsprachige Motto der europaweiten Kampagnenwoche lautet: ‘Bis zum letzten Krümel: Lebensmittel sorgsam verwenden’. Denn die Vermeidung von Abfällen – auch von Lebensmittelabfällen – dient dem Schutz von Ressourcen und der Umwelt. Und so wie jede/r von uns unmittelbar als Verbraucherin oder Verbraucher betroffen ist, kann auch jede/r Einzelne dazu beitragen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Es sind aber auch alle anderen Aktionen zum Thema Abfallvermeidung oder Ressourcenschutz willkommen, ebenso auch Aktionen, die ein paar Tage vor oder nach dem EWAV-Zeitraum durchgeführt werden.

Fakten

  • Laut dem Umweltbundesamtes werden in Deutschland jährlich fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das sind 78 Kilogramm pro Kopf.
  • Die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in der EU verursachen pro Jahr die gleiche Menge an klimaschädlichen Gasen wie die gesamten Niederlande in einem Jahr.
  • Der WWF Deutschland schätzt, dass durch Lebensmittelabfälle rund 2,6 Millionen Hektar oder fast 15 Prozent der gesamten Ackerfläche eingespart werden.  

Anmeldung

Der Anmeldezeitraum ist voraussichtlich vom 2. September bis 6. November. Weitere Informationen sowie die Anmeldung gibt es hier: https://wochederabfallvermeidung.de/home/

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) war auch in 2023 ein großer Erfolg: Unter dem Motto ‘Clever verpacken – Lösungen gegen die Verpackungsflut’ haben sich Tausende Menschen in mehr als 1000 Aktionen bundesweit für ressourcenschonendere Alternativen zur Wegwerfgesellschaft engagiert. Die größte europäische Kampagne für Abfallvermeidung und Wiederverwendung fand vom 18. bis 26. November 2023 statt.

Hintergrund 

Verpackungen gehören für uns alle zum täglichen Leben. Sie haben eine nützliche und notwendige Funktion. Die wichtigsten Verpackungsmaterialien sind Papier, Pappe, Kartonage, Kunststoff, Glas, Holz und Metalle. Sowohl die Produktion von Verpackungen als auch der Transport und letztlich auch ihre Entsorgung belasten unsere Umwelt erheblich. In den Jahren 2019 und 2020 fielen 18,9 Mio. bzw. 18,78 Mio. Tonnen Verpackungsabfälle in Deutschland an. Knapp die Hälfte davon im privaten Endverbrauch. Ein zentrales Thema der EWAV 2023 war die Mehrwegpflicht für die Gastronomie und die Frage, wie Versandverpackungen im Onlinehandel optimiert werden können. 

Beteiligung an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung 2023 

Beteiligt haben sich Akteure aus Kommunen, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft, aber auch aus Politik und Verwaltung, um sich mit ihren Aktionen für Abfallvermeidung und Ressourcenschutz stark zu machen. 

Hier gibt es das Heft mit inspirierenden  Best Practice-Beispielen zum Herunterladen!

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) findet als Kampagne seit 2009 in ganz Europa statt. Sie ist die größte Kommunikationskampagne rund um das Thema Abfallvermeidung und ein fester Bestandteil von Deutschlands Bestreben, die Abfallmengen im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum zu senken. Für 2022 wurde das Thema 'Nachhaltige Textilien: Wiederverwendung statt Verschwendung!' zum Motto gewählt.

Vom „must-have“ zum „muss weg“

Im Durchschnitt kauft sich jeder Deutsche zwischen 40 und 70 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Laut Greenpeace lagern in deutschen Kleiderschränken 5,2 Milliarden Teile, und das ohne Socken und Unterwäsche. Davon werden 2 Milliarden Kleidungsstücke selten oder nie getragen. Den Preis für unser Modebewusstsein zahlen nicht wir an der Ladenkasse, sondern die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Herstellungsländern und die Umwelt.

Beispiel T-Shirt

Auch heute ist Baumwolle die wichtigste Naturfaser zur Herstellung von Textilien. Baumwolle braucht schon während des Wachstums eine große Menge an Wasser. Fast 75% der weltweiten Baumwollproduktion stammt von Feldern, die künstlich bewässert werden müssen. Für die Herstellung eines Kilogramms Stoff aus Roh-baumwolle benötigt man 11.000 Liter Wasser. Damit ist der Anbau von Baumwolle verantwortlich für 2,6 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs. Umgerechnet auf ein einziges T-Shirt aus Baumwolle sind das 2.700 Liter Wasser, die für dessen Herstellung benötigt werden. Die Wasserkosten, aber auch der Stromverbrauch zur Herstellung sind in den Kaufpreis des T-Shirts nicht miteinberechnet. (Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)

Deshalb gilt:

  • Weniger ist oft mehr. Nicht immer dem neusten Modetrend folgen und ruhig mal ein T-Shirt weniger kaufen. Dabei auf eine bessere Qualität achten, damit das Kleidungsstück länger hält.
  • Auf Ökolabels bei Textilien achten (z.B. Ökotex 100 Labe, GOTS Label, Fairtrade-Siegel)

Zu gut für die Altkleidersammlung?

Was dem einen nicht mehr passt oder gefällt suchen vielleicht gerade andere: Auf Secondhand-Online-Plattformen wie z.B. „Vinted“ kann man Kleiderstücke kaufen und verkaufen aber auch tauschen oder verschenken. Wer die nicht mehr getragenen Kleidungsstücke lieber direkt abgibt, kann das in Heilbronn an mehreren Stellen tun. Soziale Einrichtungen, wie z.B. die Diakonie oder die Aufbaugilde nehmen gut erhaltene Kleidungsstücke zum Weiterverkauf an.

Sammlung über Kleidercontainer

In Heilbronn stehen an ca. 114 Standorten im Stadtgebiet sowie auf allen Recyclinghöfen spezielle Container zur Sammlung von Alttextilien und Schuhen. Die Container sind mit der Aufschrift “Sammlung im Auftrag der Stadt Heilbronn“ gekennzeichnet. In die Alttextilcontainer gehören neben Kleidungsstücken auch Haushaltswäsche, Federbetten und -kissen sowie paarweise gebündelte Schuhe. Alles sollte trocken und nicht verschmutzt und in Tüten verpackt eingeworfen werden. Nur so kann die Sammelware einer Wiederverwendung zugeführt werden. Ca. 54% der gesammelten Altkleider werden im ursprünglichen Sinn weiterverwendet. Alte Textilien, die nicht weiterverwendet werden können, werden recycelt. Dabei wird Gewebtes und Gestricktes zu Reißfasern verarbeitet, aus denen Vliesstoffe für die Industrie oder für Dämmstoffe hergestellt werden. Ein Rest von ca. 6% kann nicht recycelt werden und wird energetisch verwertet.

Studien & Publikationen zum Thema Textilien

Rückblick Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn

Der Mehr.WERT.Garten war ein Partnerprojekt des Umweltministeriums Baden-Württemberg und der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn. Ziel war es im Inzwischenland der Bundesgartenschau Heilbronn vom 17. April bis 6. Oktober 2019 anschaulich zu vermitteln wie aus Abfall Mehrwert werden kann. Hierfür wurden verschiedene Stationen wie der Pavillon, dieTürme und Pflanzen installiert. Auch das Bunte Klassenzimmer kam in den Genuss des Mehr.WERT.Gartens: hier wurden vier Angebote zu den Themen Recycling, Upcycling, Abfallvermeidung und nachhaltiger Umgang mit Produkten angeboten.

Neben dem Pavillon vermittelten insgesamt sieben Mehr.WERT.Türme im Garten einen nachhaltigen, ressourceneffizienten und ideenreichen Umgang mit Abfall. 

Das Metall für die Türme stammt aus einem metallverarbeitenden Betrieb in Baden-Württemberg. Wo es möglich war, wurde Direktrecycling-Material verwendet. Der Einsatz von Neumaterial wurde auf ein Minimum reduziert. Insgesamt wurden die Türme durch moderne Planungs-, Konstruktions- und Fertigungsmethoden sehr materialeffizient, abfallarm und ressourcensparend gefertigt.

Die Gestaltung der Türme wurde im Direktdruckverfahren auf die Platten aufgebracht (kein Druck auf Kunststoff-Folie). Zum Schutz gegen Vandalismus wurde jedoch eine Anti-Graffitti-Folie verwendet. Beim verwendeten Acrylglas handelt es sich um ein Produkt der Firma "greencast", welches zu 100 Prozent aus Acrylglas-Recyklat besteht und ebenfalls wieder recyclebar ist.

Alle verwendeten Materialien der Mehr.WERT.Türme sind komplett recyclebar. Die Türme wurden so konzipiert, dass sie problemlos wieder- oder weiterverwendet werden können - in Einzelteilen oder komplett. Alle Materialverbindungen sind geschraubt oder zerstörungsfrei lösbar. Mit dem Fundament sind die Türme über Schraub-Klemm-Verbindungen aneinandergefügt. Sie können also problemlos und ohne Beschädigung aus dem Fundament gelöst werden. 

Bild [Copyright: UM / Jan Potente]

 

Klicken Sie auf einen der folgenden Stoffe, um zu erfahren, wie aus dem jeweiligen Abfall Mehr.WERT wird:

BauschuttBioabfallGlasElektronik
KunststoffMetallPapier 

 


Die Bepflanzung des Mehr.WERT.Gartens orientierte sich an heimischen Wildstauden und am Bild einer Kräuterwiese. Das gärtnerische Konzept vermittelt bewusst das Bild, mit den Pflanzbeeten auch einen Lebensraum für verschiedene Tierarten geschaffen zu haben. Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit und der Naturnähe in den Beeten findet sich hier wieder: Zum Beispiel wurde die Weinbergtulpe, die noch in Süddeutschland vorkommt, verwendet. Die Wildstauden treiben jedes Jahr neu aus und können wie gezüchtete Stauden einen Platz im Hausgarten finden. [Bild: Copyright: UM / Jan Potente]

Es wurden die folgenden Pflanzen in die Beete gesetzt:

Achillea nobilis, Edle SchafgarbeAnthericum liliago, Astlose GraslilieAster linosyris, Goldhaaraster
Aster amellus, BergasterAstrantia major, SterndoldeAquilegia vulgaris, Akelei
Briza media, Mittleres Zittergras Calendula arvensis, RingelblumeCampanula glomerata, Knäuelglockenblume
Campanula rapunculoidesCentaurea jacea WiesenflockenblumeChrysanthemum corymbosum Wucherblume
Consolida regalis, Acker-RitterspornFilipendula vulgaris, Knolliges MädesüßGeranium pratense, Wiesenstorchschnabel
Geranium sanguineum, BlutstorchschnabelHyacinthoides non-scripta, HasenglöckchenMalva sylvestris Wilde Malve
Melica ciliata, Wimper-PerlgrasOriganum vulgare, Dost Salvia pratensis Wiesensalbei
Stellaria holostea, Große SternmiereTulipa sylvestris, Weinbergtulpe 

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Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn und das Institut für Umwelt und Zukunftsforschung Bochum haben im Mehr.WERT.Garten zwei verschiedene Unterrrichtseinheiten im Rahmen des Bunten Klassenzimmers der Bundesgartenschau 2019 angeboten. Bild: Copyright UM / Jan Potente




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